Projektunterricht

Migration als Chance – Schüler/innen interviewen Hamburger Persönlichkeiten mit Migrationshintergrund

Die Stadt Hamburg betitelte ihre Broschüre zur Bildungsoffensive mit den Worten „Eine kluge Stadt braucht alle Talente!” und verspricht im Rahmen der Schulreform „mehr Integration”. Aber unabhängig von allen Analysen und Versprechungen braucht es konkrete Vorhaben mit praxisnahen Zielen, Jugendlichen mit Migrationshintergrund Mut zu machen und ihnen Möglichkeiten aufzeigen, ihre Chancen in unserer Gesellschaft wahrzunehmen.
Eine konkrete Möglichkeit hierzu hatten ab Februar 2009 18 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen unserer Schule, die im Rahmen des Projektes „Träume leben – Migration als Chance” erfolgreiche Hamburger Persönlichkeiten besuchten, interviewten und ihre Berichte zu einem Buch zusammenstellten. Die Interviewpartner aus den Bereichen Kunst, Medizin, Architektur, Wirtschaft und Politik berichteten den Schülerinnen und Schüler von ihren Erfahrungen als Migrant/in in Hamburg; sie beantworteten Fragen zu beruflichen Zielen, Hürden und Anstrengungen, die sie überwunden haben um dort anzukommen, wo sie heute sind. Die Schüler waren verabredet mit dem Tschibo-Sales-Direktor, Hamid Dastmalchian, dem Geschäftsführer von Capitol Intermodal, Ian Karan, dem Architekten Hadi Tehrani, dem HSV Fußballer Piotr Trochowski, dem Komponisten und Sänger von Orange Blue Volkan Baydar, der am Gymnasium Hamm vor 17 Jahren sein Abitur gemacht hat und anderen interessanten Persönlichkeiten, die sich für die Bildungschancen junger Menschen einsetzen möchten. Ziel des Projektes ist neben praxisnahem fächerverbindenden Unterricht der Fächer Kunst, Deutsch, Mathematik, Geografie und PGW vor allem den Jugendlichen Mut zu machen, ihre eigenen Träume zu entwickeln, ihre berufliche Zukunft tatkräftig anzugehen und ihre Chancen zu nutzen – trotz oder gerade wegen der Tatsache, dass die Schülerinnen und Schüler Migranten sind.
Sie sollen Menschen kennen lernen, die ihnen als Vorbild dienen können, weil sie erreicht haben, wovon andere nur träumen.
Das entstandene Buch kann im Buchhandel und im Gymnasium Hamm erworben werden.

Das Projekt wurde geleitet von der Abteilungsleitung Mittelstufe Claus Heimann und dem Hamburger Künstler Saeeid Dastmalchian, der seit 2014 nun offizieller Schulpate für die kommenden Jahre für das folgende Projekt ist:

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

gegen Rassismus

„Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, zukünftig einander zu achten.“

So lautet einer der drei Leitsätze, mit dem sich mindestens 70% aller an unserer Schule beteiligten Menschen identifizieren müssen, damit wir als Gymnasium Hamm den Titel `Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage´ tragen und uns in die Reihe der bereits 1.270 Schulen, die diese Auszeichnung bundesweit erhielten, stellen können.
Nachdem im Schuljahr 2013/14 ausnahmslos jede Klassenleitung der Vorbereitungsklassen, der Stufen 5-10 und 3 Tut-Gruppen der Klassenstufe 11 in Ihrer Klasse bzw. Lerngruppe die Unterschriftensammlung gegen Rassismus und für eine Schule mit Courage erfolgreich durchgeführt hatten, hatten sich 485 von 670 SuS [72%], 37 von 58 LuL [64%] und 6 von 8 [75%] des nicht pädagogischen Personals für ein Engagement gegen Rassismus ausgesprochen, das sind die benötigten 70% der Schulgemeinschaft, die nun zur Anerkennung seitens der Bundeskoordination mit Saeeid Dastmalchian als Aktionspaten geführt haben.

„Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.“

Dieser Anspruch ist in unserem Leitbild unter den Überschriften „Miteinander“ und „Integration“ formuliert. Er wird von uns gelebt und in der täglichen Arbeit mit unseren Schülerinnen und Schülern auch durchgesetzt. Entscheidender ist aber, dass wir die Grundsätze und das Selbstverständnis einer Schule ohne Rassismus bei unseren Schülerinnen und Schülern und bei uns selbst verankern und weiter tragen.
Daran arbeiten wir zur Zeit gemeinsam mit dem Schülerrat in Workshops, Fortbildungen, Projektwochen und Arbeitskreisen:

„Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schuele ein Mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierung durchgeführt wird, um langfristig gegen jede Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen“

  • Titelverleihung durch den Bezirksamtsleiter Herrn Andy Grothe

Die Auftaktveranstaltung mit der offiziellen Verleihung der Anerkennung durch den Bezirksbürgermeister Andy Grothe fand am Do, 4.12.2014 in der Pausenhalle unserer Schule statt.

Hei, 12-2014

Und so geht es weiter

Wir sind seid 25 Jahren Europaschule in Hamburg mit internationalen Vorbereitungsklassen, aus denen neu nach Deutschland bzw. Hamburg gelangte Kinder und Jugendliche nach spätestens einem Jahr in die Regelschulklassen aller Schulformen in ganz Hamburg übergehen.

Vor dem Hintergrund unserer besonderen Schülerschaft – 700 Schülerinnen und Schüler aus 70 verschiedenen Nationen mit über 40 verschiedenen Herkunftssprachen in den Klassen 5 – 12, haben wir uns aktiv dazu entschieden Schule ohne Rassismus zu werden und möchten diesen Titel für unsere Schüler- und Lehrerschaft in Einklang mit unserem Leitbild auch dauerhaft aktiv mit Leben füllen.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Konfliktaustragung und Mediation starten wir deshalb im 2.Halbjahr 2016 ein Interkulturelles Kompetenztraining für Lehrkräfte am Gymnasium Hamm, an dem sowohl 30 Kolleginnen und Kollegen (60% des Kollegiums!) als auch Schülerinnen und Schüler unserer Schule teilnehmen.

Das Kompetenztraining umfasst drei Module à 10 Std. und ein zweistündiges Modul:

Modul 1

Freitag, 26.02.16 Samstag, den 27.02.16
Kultur (Definitionen + Modelle) Anti-Bias-Ansatz: Vorurteile und Wahrnehmung
Interkulturelle Kompetenzen – was ist das?


Modul 2

Freitag, 15.04.16 Samstag, den 16.04.16
Identität + Werte diskriminierende Verhaltensweisen + Strukturen alternative Handlungsweisen


Modul 3

Freitag, 17.06.16 Samstag, den 18.06.16
Kommunikationsstile + Kommunikationskonflikte Umgang mit Konflikten


Modul 4

2017 (Termin wird noch festgelegt) Was ist aus dem, was ich mir selbst vorgenommen habe, geworden? Was ist aus den Ideen, die konzeptionell entstanden sind, geworden?


Zwischenzeitlich hat die weitere Arbeitsplanung auch zu einer Ziel-Leistungs-Vereinbarung folgenden Inhalts mit der Schulbehörde geführt:
Bis September 2016 werden 30 KollegInnen durch das Modul IKK fortgebildet. Fest im Jahresplan zu etablierende Projekte werden erarbeitet, erprobt und terminiert.
[u.a. gibt es seit 3 Jahren ein einwöchiges Anti-Rassismus-Training in unseren 7.Klassen während einer unserer 2 Projektwochen, fester Bestandteil des unterrichtlichen Wahlpflichtbereichs sind auch unsere Streitschlichter-Ausbildungen]

Bis Sommer 2017 erfolgt die Einarbeitung und Einbindung an die schulinternen Curricula.

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